Was kann ich tun bei Mobbing am Arbeitsplatz?

Kategorie: Allgemein

Was kann ich tun bei Mobbing am Arbeitsplatz?

Opfer von Mobbing am Arbeitplatz kontakieren unseren Anwalt für Mobbing regelmäßig mit der Frage: Was kann ich tun bei Mobbing am Arbeitsplatz? Im folgenden Artikel möchte unser Mobbinganwalt Ihnen gern erste Informationen für die Beantwortung dieser Frage zur Verfügung stellen.

a) Wie soll ich Vorgehen bei Mobbing am Arbeitsplatz?

aa) Rücksprache mit Freunden und Verwandten

Aufgrund der Relativität der subjektiven Wahrnehmung bietet es sich in einem ersten Schritt an, die Geschehnisse am Arbeitsplatz mit dem engeren sozialen Umfeld zu besprechen. Oft kann sich hier eine andere Sicht der Dinge ergeben. Es lässt sich beobachten, dass die Vorstellungen von dem, was unter Mobbing verstanden wird und Dynamiken, die man lediglich „auszusitzen“ hat, weit auseinandergehen.

Da Mobbing-Handlungen oft auch soziale Isolation zur Folge haben, bietet es sich daher an, möglichst frühzeitig eine objektivere Meinung aus dem näheren Umfeld einzuholen, solange dieses noch intakt ist. Hier kann sich oft herausstellen, dass die Handlungen im Grunde Teil einer typischen sozialen Dynamik sind. Mehr oder weniger sind insbesondere bei Neueinsteigern ungeschriebene Rituale und bisweilen subjektiv als Erniedrigungen empfundene Dynamiken jedem Betrieb mehr oder weniger stark immanent.

Als extremes Beispiel seien hier die Gepflogenheiten in Kampfeinheiten genannt. Sinnlose Aufgaben, Ignoranz und Erniedrigung der „Neuen“ gehört hier ohne Ansehung der Person traditionell zum guten Ton und erledigt sich in der Regel mit der Zeit mit zunehmender Zugehörigkeitsdauer. In der Wirkweise ähnlich aber mehr institutioneller Natur finden sich solche Strukturen auch in der Justiz: Assessorinnen werde in den Staatsanwaltschaften – aus Platzmangel – in Büros in der Größe von Besenkammern eingepfercht und mit Akten überzogen, ohne dass dabei eine gegen die konkrete Person gerichtete Verletzung der Persönlichkeit beabsichtigt ist.

Führt man sich im Gespräch mit Freunden und Verwandten einige Extrembeispiele und die Erfahrungen der anderen in ihren jeweiligen Berufen vor Augen, kann sich oft ein anderes Bild der Situation ergeben.

bb) Was ich tun kann bei Mobbing am Arbeitsplatz: Aufsuchen einer Beratungsstelle/vorzeitige Anwaltliche Beratung

Kommt man in Rücksprache mit Freunden und Verwandten zu dem Ergebnis, dass die Dynamiken am Arbeitsplatz unter Berücksichtigung der jeweiligen konkreten Berufsgruppe nicht mehr sozialadäquat sind, empfiehlt sich das Aufsuchen einer Beratungsstelle.

Hier wird das potenzielle Mobbing-Opfer fachkundig beraten und kann seine Lage erneut einschätzen. Würde man diese beiden Schritte überspringen und sich direkt beim Arbeitgeber beschweren, könnte man Gefahr laufen, die Handlungen zu verstärken und zusätzlich als Verräter oder „Petze“ stigmatisiert zu werden.

Ebenfalls empfehlenswert ist es, in einem möglichst frühen Stadium einen spezialisierten Anwalt im Arbeitsrecht zu konsultieren. Hier können frühzeitig die Weichen für eine adäquate und nachvollziehbare Dokumentation gestellt werden. Ebenfalls kann ein spezialisierter Anwalt für Arbeitsrecht Instruktionen für ein Gespräch mit dem Arbeitgeber geben, damit ein solches Gespräch möglichst gewinnbringend wird und die Information des Arbeitgebers im Zweifel auch einwandfrei nachweisbar vonstattengeht.

cc) Was ich tun kann bei Mobbing am Arbeitsplatz: Information des Arbeitgebers

Wenn das soziale Umfeld und eine Beratungsstelle oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht mit Affinität zu Mobbing zu dem Ergebnis kommen, dass die Handlungen nicht sozialadäquat sind, sondern auf „niederen Beweggründen“ beruhen und gezielt gegen den Betroffenen oder die Betroffene richten und nicht traditionsbedingt gegen alle „Neuen“ richten, bietet es sich an, das Gespräch zum Arbeitgeber zu suchen.

Wie Leymann in Mobbing: Psychoterror am Arbeitsplatz feststellt, sind circa 50 % der Mobbing-Szenarien darauf zurückzuführen, dass der Vorgesetzte oder Arbeitgeber nicht hinsieht oder mangels Anwesenheit am konkreten Arbeitsplatz hinsehen kann. Hier kann auf die Resultate der Gespräche mit Freunden und Verwandten und gegebenenfalls die Einschätzung einer Beratungsstelle konkret und präzise die Situation dargelegt werden.

Nicht hilfreich dürfte es sein, ohne Rücksprache ein Mobbing zu behaupten, ohne dies konkret zu untermauern. Mangels konkreter Anhaltspunkte ist es dem Arbeitgeber dann unmöglich, Schutz-Maßnahmen zu ergreifen. Allein das Fallenlassen der „M-Bombe“ kann in dem Fall, dass das Vorbringen haltlos und vage ist, zu einer weiteren Ausgrenzung und Verstärkung der Mobbing-Handlungen führen, wenn sich der Gang zum Arbeitgeber herumspricht, ohne dass dafür im Ausgleich substanzhaltige Informationen an den Arbeitgeber gelangt sind.

dd)Weitere Möglichkeit bei Mobbing am Arbeitsplatz: Aufforderung an den Arbeitgeber zur Ergreifung von Schutz-Maßnahmen

Nach § 242 BGB ist der Arbeitgeber grundsätzlich verpflichtet, das allgemeine Persönlichkeitsrecht der bei ihm beschäftigten Arbeitnehmer nicht selbst durch Eingriffe in deren Persönlichkeits- oder Freiheitssphäre zu verletzen, diese vor Belästigungen durch Mitarbeiter oder außenstehende Dritte, auf die er einen (vertraglichen) Einfluss hat, zu schützen, einen menschengerechten Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen und die Arbeitnehmerpersönlichkeit zu fördern.

Zur Einhaltung dieser Pflichten kann der Arbeitgeber als Störer nicht nur dann in Anspruch genommen werden, wenn er selbst den Eingriff begeht oder steuert, sondern auch dann, wenn er es unterlässt, Maßnahmen zu ergreifen oder seinen Betrieb so zu organisieren, dass eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts ausgeschlossen wird. Bei objektiv rechtswidrigen Eingriffen in sein Persönlichkeitsrecht hat der Arbeitnehmer entsprechend den §§ 12, 862, 1004 BGB bei drohender Verletzungsgefahr einen vorbeugenden Unterlassungsanspruch.

Auch hier ist ein möglichst konkreter Vortrag zwingend erforderlich. Der Arbeitgeber muss nachvollziehen können, wer wann was gemacht oder gesagt hat. Andernfalls kann er keine Schutzmaßnahmen treffen.

ee) Beschwerde beim Betriebsrat als weitere Möglichkeit

Soweit ein Betriebsrat existiert, kann man sich nach § 84 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) Beschwerde einreichen.

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