Was bedeutet eine Abmahnung für den Arbeitnehmer?

Kategorie: Artikel
Der Anwalt für Arbeitsrecht in Hamburg hilft bei allen arbeitsrechtlichen Problemen kompetent und erfahren.

Was bedeutet eine Abmahnung für den Arbeitnehmer?

Bevor der Arbeitgeber aus verhaltensbedingten Gründen kündigen kann, muss in der Regel zuerst eine Abmahnung erteilt worden sein. Diese kann vor allem unterstützend für die Feststellung einer negativen Prognose, die für eine verhaltensbedingte Kündigung erforderlich ist, herangezogen werden. Man kann schließlich davon ausgehen, dass ein Arbeitnehmer, der nach einer Kündigungsandrohung aufgrund einer Pflichtverletzung erneut eine Pflichtverletzung begeht, sich auch in der Zukunft nicht ordnungsgemäß verhalten wird. Eine Kündigung kann in Ausnahmefällen aber auch ohne eine vorherige Abmahnung erfolgen, wenn deutlich erkennbar ist, dass der Arbeitnehmer sein Verhalten auch in der Zukunft nicht ändern wird oder die Pflichtverletzung besonders schwerwiegend ist.

Eine solche Abmahnung muss aber gleichartig bzw. einschlägig sein. Das bedeutet, dass die abgemahnte Pflichtverletzung aus demselben Bereich stammen muss, wie die Pflichtverletzung, auf die die Kündigung gestützt wird. Nur so kann man von einer Wiederholung des vertragswidrigen Verhaltens sprechen. Der Arbeitnehmer soll durch die Abmahnung erkennen können, dass bei einem erneuten ähnlich gelagertem Fehlverhalten möglicherweise eine Kündigung droht.

Bei leichteren Verstößen können auch mehrere Abmahnungen erforderlich sein. Aus der letzten Abmahnung sollte dann aber hervorgehen, dass bei einem erneuten Fehlverhalten endgültig die Kündigung erklärt wird.

Kündigungsrechtliche Bedeutung der Abmahnung

Erteilt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer aufgrund seines Fehlverhaltens eine Abmahnung, ist hierin gleichzeitig der konkludente Verzicht auf das Recht zur Kündigung zu sehen. Der Arbeitgeber kann eine Kündigung dann nicht mehr allein mit dem abgemahnten Verhalten begründen. Vielmehr muss in einem solchen Fall eine weitere Pflichtverletzung hinzutreten. Eine Ausnahme gilt nur, wenn sich der Arbeitgeber das Kündigungsrecht in Bezug auf das abgemahnte Verhalten ausdrücklich vorbehält.

Auch eine Kündigung, die aus anderen Gründen unwirksam ist, kann als Abmahnung angesehen werden. Durch die Kündigungserklärung wird der Arbeitnehmer schließlich ebenfalls darauf aufmerksam gemacht, dass sein Verhalten vom Arbeitgeber nicht gebilligt wird und erfüllt damit dieselbe Funktion wie eine Abmahnung.

Auch eine vorweggenommene Abmahnung ist möglich, wenn der Arbeitgeber die Pflichtverletzung, für die es eine Abmahnung geben soll, genau benennt. Dann ist bei einem Fehlverhalten auch eine sofortige Kündigung möglich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

Menü