Typischer Verlauf von Mobbing am Arbeitsplatz

Kategorie: Allgemein

Wie ist der typische Verlauf von Mobbing am Arbeitsplatz? 4 Phasen Modell von Leymann

Dieser Artikel setzt sich mit dem Thema „typischer Verlauf von Mobbing am Arbeitsplatz“ auseinander.

Leymann unterscheidet in seinem Buch namens „Mobbing: Psychoterror am Arbeitsplatz“ insgesamt 4 Phasen des Mobbings, wobei er zutreffend darauf hinweist, dass diese nicht zwingend nacheinander und gesamtheitlich auftreten müssen. Vielmehr können Phasen auch übersprungen werden.

a) Typischer Verlauf von Mobbing am Arbeitsplatz in Phase 1: tägliche Konflikte

Die erste Phase durchläuft dem Grunde nach jedem Arbeitnehmer und Arbeitgeber nahezu täglich. Durch – wenn auch nur kleine – konstruktive Konflikte werden Arbeitsabläufe infrage gestellt, Arbeitsaufträge hinterfragt oder auf fachlicher Ebene Sachthemen streitig besprochen. Bereits hier kann im Anschluss ein Übergang zu Phase 4 erfolgen.

b) Typischer Verlauf von Mobbing am Arbeitsplatz in Phase 2: Etablierung von Mobbing

Erst in der zweiten Phase beginnt die Wandlung von der Konstruktivität zur Destruktivität, wobei der Durchlauf durch diese Phase nicht zwingend sein muss. Insbesondere beim „Bossing“ erfolgt oft auch ein direkter Übergang von Phase 1 in Phase 3.

Leymann stellt hierzu fest, dass in dieser zweiten Phase die Eskalation der Konflikte ihren Grund darin findet, dass sie oft durch Vorgesetzte zugelassen wird.

„Man kann also behaupten, dass ein Konflikt zu Mobbing und Psychoterror werden kann, weil er sich eben dazu entwickeln darf.“ (Leymann, Mobbing: Psychoterror am Arbeitsplatz, Rowohlt eBook, Seite 842)

Das Sich Nicht-darum-Kümmern sei der wohl wichtigste Grund für die Entstehung von Mobbing. Das Opfer werde durch Störung des Selbstvertrauens „präpariert“, gerate immer mehr in ein Verteidigungsverhalten und falle immer deutlicher auf.

c) Typischer Verlauf von Mobbing am Arbeitsplatz in Phase 3: Destruktive Personalverwaltung

In der Regel schließt sich sodann die Phase an, in der der Arbeitgeber meistens in Gestalt eines Vorgesetzten auf die Entwicklung reagiert. Dabei ist typisch, dass das Augenmerk bei den Maßnahmen auf die Person gerichtet ist, die in der Hierarchie weiter unten steht. Dies ist in der Regel das Mobbing-Opfer.

Bei Mobbing zur Veranlassung einer Eigenkündigung werden typischerweise unmögliche Fristen in Verbindung mit nicht relevanten Aufgaben gesetzt.

Beispiel: Arbeitgeber A weist einen Mitarbeiter aus heiterem Himmel dazu an, binnen 18h 10.000 Datensätze auszuwerten, deren Ergebnis niemanden interessiert.

d) Typischer Verlauf von Mobbing am Arbeitsplatz in Phase 4: Ausschlussphase

Am Ende eines langen Mobbingprozesses steht nicht selten der Ausschluss aus der Arbeitswelt und die Frührente.

Nach Leymann sind besonders häufig folgende Szenarien anzutreffen.

aa) Abschieben und Kaltstellen

Beim Abschieben oder Kaltstellen erfolgt eine dauerhafte Ausgrenzung innerhalb des Betriebes. Das Gehalt wird weitergezahlt, der Arbeitnehmer erhält jedoch keine Arbeitsaufträge mehr oder Verlegenheitsarbeit in Form von „Daueraufträgen“.

bb) Fortlaufende Versetzungen

Oft erfolgen fortlaufende und objektiv grundlose Versetzungen gegen den Willen des Arbeitnehmers bei zunehmender Verschlechterung des Arbeitsumfeldes und -materials. Ziel ist es, das Mobbing-Opfer von Station zu Station zu scheuchen und ihm konstant die Möglichkeit zu nehmen, soziale Interaktionen zu Nicht-Tätern etablieren zu können.

cc) Krankschreibungen

Oft ist die Folge, dass das Mobbing-Opfer sich mit zunehmender Intensität der Mobbing-Handlungen vermehrt krankschreiben lässt. Dies bedingt sich dadurch, dass Ärzte in der Regel nach Schilderung des Sachverhaltes nur ungern zulassen möchten, dass das Mobbing-Opfer in die feindliche Umgebung zurückkehren muss.

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