Kündigung wegen Mobbing am Arbeitsplatz

Kategorie: Allgemein

Kündigung wegen Mobbing am Arbeitsplatz

Dieser Artikel befasst sich mit der arbeitsrechtlichen Thematik einer Kündigung wegen Mobbing am Arbeitsplatz. Mit dem Grundsatzurteil des Landesarbeitsgerichts Thüringen wurde ausgeurteilt, dass Mobbing bei Wiederholungsgefahr ein Grund für eine Kündigung gegenüber dem Mobbingtäter sein kann (LAG Thüringen, Berufungsurteil vom 15. Februar 2001, 5 Sa 102/00).

a) Kündigung wegen Mobbing am Arbeitsplatz auch ohne Abmahnung möglich

Mobbing kann auch ohne Abmahnung und unabhängig davon, ob es in diesem Zusammenhang zu einer Störung des Betriebsfriedens gekommen ist, die außerordentliche Kündigung eines Arbeitsverhältnisses rechtfertigen. Voraussetzung ist, dass durch das Mobbing das allgemeine Persönlichkeitsrecht, die Ehre oder die Gesundheit des Mobbingopfers in schwerwiegender Weise verletzt wurde.

b) Desto-Formel

Je intensiver das Mobbing erfolgt, umso schwerwiegender und nachhaltiger wird die Vertrauensgrundlage für die Fortführung des Arbeitsverhältnisses gestört. Muss der Mobbingtäter oder die Mobbingtäterin erkennen, dass das Mobbing zu einer Erkrankung des Opfers geführt hat und setzt dieser ungeachtet dessen das Mobbing fort, dann kann für eine auch nur vorübergehende Weiterbeschäftigung des Täters regelmäßig kein Raum mehr bestehen. Dies gilt auch dann, wenn das Mobbing-Opfer bereits aus dem Betrieb ausgeschieden ist und die Gefahr besteht, dass Mobbing-Handlungen gegenüber anderen Mitarbeitern fortgeführt werden.

Kündigungsgrund im Sinne des § 626 Absatz 1 BGB ist jede Vertragsverletzung, die sich aus objektiver Sicht auf das Arbeitsverhältnis mit dem Gewicht eines wichtigen Grundes auch in Zukunft nachteilig auswirkt. In Abgrenzung zur ordentlichen Kündigung muss die aus der Verletzung einer arbeitsvertraglichen Haupt- oder Nebenpflicht resultierende Störung des Arbeitsverhältnisses so schwerwiegend sein, dass bei verständiger Sichtweise eine auch nur vorübergehende Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses unzumutbar ist.

Für die in ständiger Rechtsprechung erforderliche negative Zukunftsprognose ist entscheidend, ob eine Wiederholungsgefahr besteht. Ebenfalls ausreichend kann aber auch sein, dass durch die belastenden Auswirkungen eines in der Vergangenheit abgeschlossenen Mobbing die Grundlage für eine Fortführung der Vertragsbeziehung irreparabel zerstört ist.

Unter Zugrundelegung dieses Prüfungsmaßstabs wird auch Mobbing jedenfalls dann in die grundsätzlich zur Rechtfertigung einer außerordentlichen Kündigung geeigneten Fallgruppen von Arbeitsvertragsstörungen eingereiht, wenn dadurch das allgemeine Persönlichkeitsrecht, die Ehre oder die Gesundheit des Mobbingopfers in schwerwiegender Weise verletzt werden und eine konkrete Wiederholungsgefahr durch den Täter besteht.

Menü