Jüngere Arbeitnehmer genießen gegenüber ihren älteren Kollegen einen Diskriminierungsschutz

Das Bundesarbeitsgereicht hatte in einem Fall zu entscheiden, bei welchem eine Arbeitgeberin ihren Arbeitnehmern ab 40 bzw. 50 Lebensjahren eine Arbeitszeitreduzierung bei vollem Lohnausgleich angeboten hatte. Hierdurch fühlten sich die jüngeren Kollegen diskriminiert.

Aus dem allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz ergibt sich, dass Arbeitnehmer nicht wegen ihres Alters gegenüber vergleichbaren Kollegen benachteiligt werden dürfen. Nur ausnahmsweise kann eine unterschiedliche Behandlung dennoch gerechtfertigt sein.

Hierfür müsste die altersbedingte Ungleichbehandlung zum einen objektiv und angemessen und zum anderen durch eine legitimes Ziel gerechtfertigt sein.

Im Grunde hatte das Gericht in dem vorliegenden zu beurteilen, ob ältere Arbeitnehmer ein medizinisch und/oder physisch begründetes größeres Bedürfnis nach Erholung als ihre jüngeren Kollegen haben. Das Bundesarbeitsgericht hat diese Frage verneint und einer Bevorzugung älterer Arbeitnehmer gegenüber den jüngeren Arbeitnehmern eine Absage erteilt.

Das Bundesarbeitsgericht hat dementsprechend in seinem Urteil vom 22.10.2015, Az. 8 AZR 168/14, entschieden, dass eine nur vom Alter abhängige Verkürzung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich altersdiskriminierend für die jüngeren Kollegen ist.