Gründe für Mobbing am Arbeitsplatz

Kategorie: Allgemein

Gründe für Mobbing am Arbeitsplatz

Die Gründe für die Vornahme von Mobbing am Arbeitsplatz können vielgestaltig sein. Im Folgenden soll unterschieden werden zwischen der Motivation von Arbeitgebern einerseits und von Arbeitnehmern andererseits.

a) Welche Gründe gibt es für Mobbing am Arbeitsplatz durch den Arbeitgeber?

In der von Information und Technik und von zunehmendem Wettbewerbsdruck geprägten Gesellschaft stehen die immer schneller eintretende Überholung von beruflichen Kenntnissen und Fertigkeiten auf der Tagesordnung. Hinzu kommen Ereignisse wie Fusion und Übernahme kompletter Unternehmen. Diese Faktoren können den Austausch von leitenden Mitarbeitern erforderlich machen.

So schreibt das Thüringer Landesarbeitsgericht in seinem Urteil vom 10. April 2001 – 5 Sa 403/2000 –, Rn. 156, juris:

Im Gegensatz zu der zunehmenden Schnelllebigkeit von Faktoren, die das Arbeitsleben bestimmen, schützt das Kündigungsrecht das Arbeitsverhältnis in seinem Bestand. Das mit der Durchsetzung von Kündigungen verbundene Verfahren blockiert aus Arbeitgebersicht oft eine zügige Anpassung der Beschäftigungsstrukturen an neuartige wirtschaftliche Anforderungen im unternehmerischen Überlebenskampf. Eine Motivation des Arbeitgebers für die Zielsetzung, das vom Gesetz vorgeschriebene Verfahren zur Beendigung oder Abänderung von Beschäftigungsverhältnissen durch Mobbing zu umgehen, liegt vielfach darin, dass der davon betroffene Arbeitnehmer sich den Vorstellungen zur Durchführung des Arbeitsverhältnisses widersetzt oder vom Arbeitgeber oder seinen Vertretern favorisierte Projekte nicht hinreichend unterstützt hat oder aus sonstigen Gründen auffällig geworden ist.

In der Regel setzen die Mobbinghandlungen zeitgleich mit dem auslösenden Ereignis oder mit nur kurzer Zeitverzögerung ein.

b) Welche Motive gibt es für Mobbing durch Kollegen?

Einerseits kann es einen Grund für Mobbing für Mobbing am Arbeitsplatz durch Kollegen sein, selbst aus der Schussbahn von Kritik zu geraten. Aufgrund von Minderwertigkeitskomplexen, intellektueller Minderbegabung und einer potenziell narzisstischen Persönlichkeitsstruktur sieht der Täter oder die Täterin das einzig wirksame Mittel darin, jemand anderes der Lächerlichkeit preiszugeben.

Richtet sich das Mobbing gegen Arbeitskollegen oder Vorgesetzte, spielen oft Neid, Missgunst, Angst um den eigenen Arbeitsplatz, bedingungsloses Karrierestreben als nicht ausreichend erachtete soziale Anpassung des Opfers, aber auch schlicht sadistische oder rassistische Motive eine Rolle. Bei der durch Sadismus oder Rassismus begründeten Motivation reicht oft die schlichte Existenz des Opfers. Der Geschehensablauf von Mobbing ist typischerweise geprägt durch eine im Verlauf erfolgende quantitative und qualitative Zunahme des auf das Opfer ausgeübten Drucks. Der oder die aus sadistischen Motiven handelnde Täter/Täterin muss nicht unbedingt ein Interesse an der Beendigung des Arbeitsverhältnisses seines Opfers haben.

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